Mittwoch, 23. April 2008

Keiner blickt dir hinter das Gesicht..


Niemand weiss, wie arm du bist…

Deine Nachbarn haben selbst zu klagen.

Und sie haben keine Zeit zu fragen,

wie den dir zumute ist.

Ausserdem - würd’st du es ihnen sagen?

Lächelnd legst du Leid und Last,

um sie nicht zu sehen, auf den Rücken.

Doch sie drücken, und du musst dich bücken,

bis du ausgelächelt hast.

Und das Beste wären ein Paar Krücken.

Manchmal schaut dich einer an,

bis du glaubst, dass er dich trösten werde.

Doch dann senkt er seinen Kopf zur Erde,

weil er dich nicht trösten kann.

Und läuft weiter mit der grossen Herde.

Sei trotzdem kein Pessimist,

sondern lächle, wenn man mit dir spricht.

Keiner blickt dir hinter das Gesicht.

Keiner weiss, wie arm du bist…

(Und zum Glück weisst du es selber nicht.)

Erich Kästner

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oberflächlichkeit...

Mir scheint es, als wächst sie wie Unkraut an Orten, an denen man es nicht haben mag.

Muss man sich vielleicht im Rahmen von wachsenden Großstädten, Globalisierung, virtuellem Leben und anderen Faktoren in die Oberflächlichkeit zurückziehen, um sich zu schützen?

- oder -

Merken die Menschen eigentlich, dass Sie sich nur noch auf einem oberflächlichen Level bewegen?

- oder -

Ist es besser, zu Reflektieren, sich diesen Umstand ins Gewissen zu rufen und einen Schritt aus der Gleichförmigkeit heraus zu wagen...
Es anderen deutlich zu machen, sie wach zu rütteln?

Lia - Die Löwenstarke hat gesagt…

Ist es nicht so, das die Welt bis auf wenige Ausnahmen aus einer Gesellschaft der Oberflächlichkeit besteht?!
Im Kopf sitzt es und der Wettlauf der Anerkennung möchte jeder erfolgreich beschreiten.
Sie lassen sich verändern, passen sich an, wie es die anderen wollen. Sie haben kein Rückgrat, man kann ihnen das ja eigentlich gar nicht böse nehmen.
Sie haben nicht gelernt, das eigene Ich und den Mensch als Individuum anzunehmen.
Nachdenken, reflektieren ist nicht drin, zu kompliziert, zu umfangreich, wäre dieser Prozess.

Doch was die meisten nicht wissen, dass sie diesen Teufelskreis der Oberflächlichkeit mit großen Einschränkungen hinnehmen müssen. Ist man einmal drin, kommt man nicht mehr so schnell raus.
So ist die Gesellschaft doch auf die gegenseitige Prise der Anerkennung angewiesen.

Das Paradoxon ist vielen nicht bewusst.
So will ich keine Anerkennung von oberflächlichen Leuten, sie meinen es doch sowieso nicht ernst. Ich kann doch darauf nicht bauen, so spielen zu viele mit falschen Karten und setzten sich Masken auf. Aber sobald man den Raum verlässt, ist man der Buh- Mann.

Ich habe mich also für mein eigenes Leben entschieden. Auch wenn es oft mehr Probleme mit sich birgt. So musste ich um meinen eigenen Frieden kämpfen, hab Entscheidungen anderer nicht einfach so hingenommen, hab sie hinterfragt, hab mich auf meinem Weg nicht beirren lassen und nun kann ich wahrlich sagen:
Der Weg zu meinem ICH ist/war schwer, doch ich bin auf dem Weg. Das schaffen nicht viele.

Ich sehe Oberflächlichkeit nicht als Laster, klar ist es für mich eine BElastung, doch letzten Endes dient es für viele zum Schutz vor den Problemen der Welt und ist der „einfachere“ Weg in ein scheinbar besseres Leben. Irgendwann kommt die Einsicht, dass man sein Leben doch nicht ausgenutzt hat- die Einsicht kommmt oft zu spät- schade.
Doch man kann keine Menschen verändern- wenn sie es selber nicht wollen.